Der erste Dinosaurier von Rheinland-Pfalz
- gefunden von unserem Team!
© Karim Zanaty
Keine 2 Kilometer entfernt von der Teufelsschlucht und dem Dinosaurierpark machten unsere Paläontologin Lea Numberger-Thuy und ihr Mann Ben Thuy vom Nationalmuseum für Naturgeschichte in Luxemburg eine spektakuläre Entdeckung:
Eine Gesteinslage aus der oberen Trias, die ein Hangrutsch nahe den Irreler Wasserfällen freigelegt hatte, enthielt zahlreiche Zähne und Knochenfragmente von urzeitlichen Wirbeltieren. Drei der Zähne, zwei Fußkrallen und ein Zehenknochen stammen von einem Raubsaurier. Mit einem Alter von rund 203 Millionen Jahren gehört er zu den ältesten Vertretern dieser Tiere in Deutschland - und ist der erste Nachweis eines Dinosauriers in Rheinland-Pfalz.
Eine Gesteinslage aus der oberen Trias, die ein Hangrutsch nahe den Irreler Wasserfällen freigelegt hatte, enthielt zahlreiche Zähne und Knochenfragmente von urzeitlichen Wirbeltieren. Drei der Zähne, zwei Fußkrallen und ein Zehenknochen stammen von einem Raubsaurier. Mit einem Alter von rund 203 Millionen Jahren gehört er zu den ältesten Vertretern dieser Tiere in Deutschland - und ist der erste Nachweis eines Dinosauriers in Rheinland-Pfalz.
Die gezackte Schneidekante der Zähne ist typisch für Raubsaurier. Ihre Form lässt die Funde der Gattung Lophostropheus zuordnen, die bis dato nur durch ein Teilskelett aus der Oberen Trias von Nordfrankreich bekannt war. Der zweibeinige Lophostropheus ist ein enger Verwandter des bekannten Dilophosaurus und war rund vier Meter lang. Aus der Zeit vor 203 Millionen Jahren, knapp vor dem Massensterben am Ende der Trias, sind weltweit nur eine Handvoll Dinosaurier bekannt, was den Eifeler Dino besonders bedeutsam macht. Für Deutschland ist es einer der ältesten bisher bekannten Raubsaurier und für Rheinland-Pfalz sogar der erste Dinosaurier überhaupt.

Neben dem Raubsaurier konnten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zahlreiche andere urtümliche Tiere nachweisen, darunter Panzerlurche, Gürteltier-ähnliche Reptilien, schlankbeinige Krokodilverwandte, Gleitechsen und sogar Flugsaurier. Aus den bisherigen Funden ergibt sich Stück für Stück das Gesamtbild eines urzeitlichen Küstenwaldes mit hoher Artenvielfalt sowohl im Wasser als auch an Land. Bisher sind erst 20% des Gesteinsmaterials untersucht - es sind also noch weitere spannende Entdeckungen möglich!

Den Eifeler Lophostropheus könnt ihr ab sofort im Dinosaurierpark bestaunen: Im erdgeschichtlichen Rundgang des Parks am Ende der Trias findet ihr das lebensechte Modell; Abgüsse der Fossilien sowie ein Bild des Paläokünstlers Karim Zanaty erwarten euch im PaleoLab. Zusätzlich zeigen wir euch an jedem letzten Sonntag des Monats zu bestimmten Zeiten die Original-Fossilien. Der Raubsaurier Dilophosaurus, mit dem Lophostropheus eng verwandt ist, ist ebenfalls bei uns als lebensgroßes Modell zu sehen - nur wenige Meter von Lophostropheus entfernt, im frühen Jura. Da seine Fossilien in Luxemburg gefunden wurden, im gleichen Sandstein, aus dem die Teufelsschlucht besteht, nennen wir ihn den "Teufelsschlucht-Dinosaurier". Nun haben wir auch den "Dinosaurier von den Irreler Wasserfällen"!
Für 2027 plant unser Team eine Ausstellung über den urzeitlichen Lebensraum, den die Fossilien von den Irreler Wasserfällen uns erschließen: Dann möchten wir euch euch mitnehmen auf eine Zeitreise in die Welt vor 203 Millionen Jahren und euch alle dort gefundenen Tierarten in Modellen und Bildern zeigen.
Die wissenschaftliche Publikation zu den bisherigen Funden inklusive des Raubsauriers findet ihr über den externen Link.








